Die Graduiertenakademie bietet während Ihrer Promotions- und Postdocphase kompetente und zuverlässige Unterstützung mit Qualifizierungs- und Beratungsangeboten. Wenden Sie sich auch in Konfliktfällen oder bei mentalen Belastungen an uns - wir stehen Ihnen vertrauensvoll zur Verfügung.
In einem akuten Krisenfall wenden Sie sich bitte an die folgenden Kontakte:
- Die TelefonSeelsorge (Tel.: 0800-1110111 / 0800-1110222) und die Internationale TelefonSeelsorge bieten rund um die Uhr kostenlose und anonyme Hilfe bei seelischer Not.
- Der Psychiatrische Notfalldienst am Universitätsklinikum Leipzig hält für psychiatrische Notfälle und Notfallvorstellungen einen 24-Stunden-Bereitschaftsdienst vor (Institutsambulanz: 0341 - 97 24304).
- Bei akuter Gefahr (z. B. Selbst- oder Fremdgefährdung): Wählen Sie den Notruf 112 oder begeben Sie sich in die nächste psychiatrische Klinik / Notaufnahme.
Mentale Gesundheit für Promovierende und Postdocs an der Universität Leipzig
Die Promotionsphase ist für viele eine intensive Zeit, die mit vielfältigen Anforderungen und Belastungen einhergeht und somit zu einem erhöhten Risiko für psychische Erkrankungen führen kann. Das Wichtigste in diesen Krisensituationen ist, dass wir uns nicht allein gelassen fühlen. Sich an jemanden zu wenden und darüber zu sprechen, kann dabei sehr hilfreich sein, sich mental zu stabilisieren. Dabei können Lösungswege erarbeitet werden, um die nächsten Schritte aus der Krise zu bewältigen.
Typische Belastungen sind:
- Stress und hoher Leistungsdruck durch Publikationsanforderungen, Deadlines und Betreuungssituationen
- Burnout-Gefahr bei dauerhaftem Überengagement ohne ausreichende Erholung
- Imposter-Syndrom – das Gefühl, nicht kompetent genug zu sein oder "nur Glück gehabt zu haben"
- Soziale Isolation durch individuelle Arbeitsstrukturen oder wenig Austausch im Team
- Ängste und depressive Verstimmungen, häufig begünstigt durch Unsicherheiten und Überforderung
- Karriereunsicherheit und fehlende Planbarkeit der beruflichen Zukunft
- Prekäre Beschäftigungs- und Finanzierungssituation, besonders nach der Promotion
Informationen & Unterstützung
Hier finden Sie Informationen zu Unterstützungsangeboten, konkreten Ansprechpartner:innen und Anregungen für präventive Maßnahmen.
An der Graduiertenakademie stehen Ihnen Mitarbeiterinnen zur Seite, die eine Ausbildung als Mental Health Ersthelfer:innen absolviert haben und bei psychischen Belastungen als erste Anlaufstelle unterstützen können. Wenden Sie sich gerne an Viola Gründemann oder Karoline Marx.
- Psychosoziale Beratung für Mitarbeitende der Universität Leipzig: Das Betriebliche Gesundheitsmanagement der Universität Leipzig bietet Mitarbeitenden eine kostenlose und vertrauliche psychosoziale Beratung in Kooperation mit der Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie des Universitätsklinikums Leipzig an.
Sprechzeiten: mittwochs von 15:00 – 18:00 Uhr, freitags von 8:30 – 15:00 Uhr; Terminvereinbarungen: psb-mitarbeitende(at)uni-leipzig.de - Psychosoziale Beratung des Studentenwerkes Leipzig: Das Beratungsangebot richtet sich an Studierende (inklusive immatrikulierte Promovierende) der dem Studentenwerk Leipzig zugeordneten Leipziger Hochschulen und ist kostenfrei. Die Psychosoziale Beratung wird in Kooperation mit der Medizinischen Fakultät der Universität, vertreten durch die Leiterin der Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie des Universitätsklinikums Leipzig, durchgeführt. Dadurch ist neben einem hohen Beratungsstandard auch die Anbindung an neueste therapeutische Entwicklungen gewährleistet.
Psychosoziale Beratung des Studentenwerkes Leipzig - Nightline Leipzig: Die Nightline ist ein studentisches Sorgen- und Auskunftstelefon mit späten Sprechzeiten. Von Prüfungsstress bis Liebeskummer können Sie anonym Sorgen am Telefon loszuwerden. Am anderen Ende der Leitung sitzt eine geschulte Person, die Ihnen aktiv zuhört und bei Bedarf auch an eine entsprechende Beratungsstelle weiterleiten kann.
Nightline Leipzig - Graduiertenakademie Leipzig: Die Graduiertenakademie bietet vertrauliche Beratungsgespräche zur mentalen Gesundheit sowie zur Konfliktlösung. Zur Vereinbarung eines Beratungsgesprächs können Sie sich direkt an Dr. Kornelia Ehrlich wenden.
- Schlichter:innen der Universität Leipzig: Die Schlichter:innen bieten für Promovierende, Postdocs, Betreuende und ganze Arbeitsgruppen eine niedrigschwellige und vertrauliche Anlaufstelle und Unterstützung bei Konflikten. Wenn Sie Unterstützung in einer Konfliktsituation benötigen, können Sie direkt zu den Schlichter:innen telefonisch oder per E-Mail Kontakt aufnehmen.
- Ärztlicher Bereitschaftsdienst (116 117): Der Service der kassenärztlichen Vereinigung (KVS) ist rund um die Uhr erreichbar und vermittelt Termine für Erstgespräche im Rahmen der Suche nach einer ambulanten Psychotherapie. Über die Website der KVS kann selbstständig nach Ärzt:innen und Psychotherapeut:innen in Sachsen gesucht werden.
- Sozialpsychiatrischer Dienst Leipzig (0341 99990001 von 08:00 – 19:00 Uhr): Der sozialpsychiatrische Dienst bietet psychosoziale Beratung, Betreuung und Unterstützung bei der Stabilisierung psychisch kranker Bürger:innen in ihrem privaten Lebensumfeld.
- Psychologische Beratung der Poliklinik Leipzig (0341 58142471): Die Poliklinik Leipzig bietet anonyme, kostenlose Beratungen in deutscher, englischer sowie nach Absprache in anderen Sprache an. Die psychosoziale Sprechstunde findet im Rahmen der offenen Sprechstunde mittwochs 11:00 – 13:00 Uhr oder nach Terminabsprache donnerstags 17:00 – 19:00 Uhr statt.
- Das Seminar „In Würde zu sich stehen“ (IWS) ist ein Gruppenprogramm, das Menschen mit psychischen Erkrankungen dabei unterstützt, gut informierte Entscheidungen zur Offenlegung ihrer Erkrankung zu treffen. Gleichzeitig trägt es wirksam zur Reduzierung gesellschaftlicher Stigmatisierung bei. Das Online-Seminar umfasst vier Zoom-Sitzungen à zwei Stunden und wird auf Spendenbasis angeboten.
Publikationen und Artikel zum Thema Mentale Gesundheit in Promotion und in der Postdoc-Phase:
- Managing your mental health during your PhD: a survival guide
- Wenn die Dissertation an der Psyche nagt
- Being proactive about mental health during your PhD: a very short guide
- Are Leibniz PostDocs alright? Insights into the careers, working lives, and mental health of Leibniz PostDocs
- The Mental Health Crisis in Academia
- Mental Health Zeit Campus
- Wie erkenne ich Anzeichen von Burnout?
Anzeichen für Burnout können sich auf körperlicher, emotionaler und mentaler Ebene zeigen. Dazu gehören z. B.:
- Dauerhafte Erschöpfung, Schlafstörungen, häufige Kopfschmerzen oder Magenprobleme
- Verlust von Motivation, Frustration, Reizbarkeit oder Gleichgültigkeit
- Gefühl der Überforderung, reduzierte Leistungsfähigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten
- Rückzug von sozialen Kontakten oder das Gefühl, nichts mehr bewältigen zu können
Es ist wichtig, diese Signale ernst zu nehmen und frühzeitig gegenzusteuern.
- Was kann ich tun, wenn ich das Gefühl habe, keine Unterstützung zu finden?
Es gibt verschiedene Anlaufstellen, die helfen können:
- Psychologische Beratung der Universität
- Hausärzt:in oder Psychotherapie
- Telefonseelsorge & Krisendienste
- Mental Health Ansprechpersonen innerhalb der Uni oder des Arbeitsplatzes
- Bei akuter Not: den Notruf 112 oder psychiatrische Notdienste kontaktieren
Es ist völlig normal und richtig, Unterstützung in Anspruch zu nehmen – Sie müssen diesen Weg nicht alleine gehen.
- Was hilft im Alltag?
Feste Strukturen, Pausen, Bewegung, soziale Kontakte, realistische Ziele, Austausch mit anderen, rechtzeitig „Nein“ sagen und Hilfe suchen, bevor es zu viel wird.
- Was, wenn ich ausfalle?
Psychische Erkrankungen sind behandelbar. Wenn Sie merken, dass Sie eine Pause brauchen, ist eine Krankschreibung legitim. Sprechen Sie frühzeitig mit Ihren Betreuungspersonen oder Förderstellen, ohne zu viele persönliche Details offenlegen zu müssen. So können Sie sich erholen, ohne Druck oder Schuldgefühle.
- Ist Hilfe holen „schwach“?
Nein. Unterstützung in Anspruch zu nehmen ist verantwortungsbewusst und ein Zeichen von Selbstfürsorge. Psychische Gesundheit gehört genauso zu einem gesunden Arbeitsleben wie körperliche Gesundheit.
- Wie kann ich andere unterstützen?
Zuhören, da sein, Hilfe anregen – ohne Druck. Sie müssen die Probleme anderer nicht lösen, aber Sie können ihnen Mut machen, Verständnis zeigen und Informationen weitergeben.
Workshops & Veranstaltungen
Entdecken Sie Workshops und Veranstaltungen, die Ihre mentale Gesundheit stärken und Raum für Austausch und Selbstfürsorge bieten.
Gesund promovieren – Angebote der Graduiertenakademie Leipzig
Die Graduiertenakademie Leipzig unterstützt Promovierende und Postdocs dabei, achtsam mit sich umzugehen und ihre mentale Gesundheit zu stärken. Wir bieten Workshops und Veranstaltungen zu Themen wie Stressbewältigung, Selbstorganisation und Resilienz an – für mehr Ausgeglichenheit und Klarheit im Promotionsalltag.
Mental Health Awareness Days – Fokus auf mentale Gesundheit im Dezember
Am Ende jedes Jahres lädt die Graduiertenakademie zu den Mental Health Awareness Days ein – einer Veranstaltungsreihe mit Workshops, Impulsen und Austauschformaten rund um das Thema mentale Gesundheit in der Wissenschaft. Promovierende und Postdocs erhalten praxisnahe Impulse für mehr Balance, Selbstfürsorge und gesunde Strukturen im akademischen Alltag.
Selbstfürsorge in der Promotion
Die Themen- und Veranstaltungsreihe zur Selbstfürsorge in der Promotionsphase beleuchtet Aspekte des Forschungsalltags, die als bedrückend, beängstigend oder konfliktreich empfunden werden können. Das Format bietet Input, Impulse und Raum, um gemeinsam Strategien für eine produktive und zugleich achtsame Promotion zu entwickeln.
- Gemeinsam statt einsam 21.10.2025
- Resilient Krisen meistern 02.12.2025
- Shaping my supervision relationship 13.01.2026
- Imposter Gefühle und Selbstvertrauen 24.02.2026
- Grenzen setzen 21.04.2026
- Prokrastination und mein Arbeitsrhythmus 02.06.2026
Betriebliches verhaltenspräventives Gesundheitsmanagement
Das verhaltenspräventive Gesundheitsmanagement der Universität Leipzig unterstützt Beschäftigte und Studierende dabei, ihre körperliche und mentale Gesundheit aktiv zu fördern. Ziel ist es, Wohlbefinden, Ausgeglichenheit und persönliche Gesundheitskompetenz nachhaltig zu stärken. Ein vielfältiges Angebot mit den Schwerpunkten Bewegung, Ernährung, Entspannung und Stressbewältigung lädt dazu ein, neue Impulse für einen gesunden Lebensstil zu gewinnen.
Veranstaltungen zur psychischen Gesundheit des Bereichs Gesundheitssport und Gesundheitsmanagement
Im aktuellen Wintersemester 2025/26 bietet der Bereich Gesundheitssport und Gesundheitsmanagement der Universität Leipzig hybride Präventiv-Veranstaltungen zur psychischen Gesundheit an:
- Stärken und Potenziale 23.11.2025
- Gewohnheiten und innere Widerstände 17.01.2026
- Kommunikation und Konflikte 18.01.2026
- Stress erkennen, vorbeugen, reduzieren 06.12.2025
- Meditation & Yoga - ein Tag der Stille 16.11.2025
- Anti- Prokrastination 30.11.2025
- ADHS im Erwachsenenalter- verstehen, erleben, handeln 22.11.2025
- Burnout erkennen & gegensteuern 29.11.2025
Praktische Tipps zur Stressbewältigung
Wir geben Ihnen einen Überblick über unterschiedliche Methoden, die dazu dienen, Ihren persönlichen Resilienz-Werkzeugkoffer zu füllen.
- Öffnen Sie das Fenster und atmen Sie frische Luft ein.
- Atmen Sie betont lange und hörbar aus. Strecken Sie sich.
- Bestärken Sie sich selbst: »Das schaffe ich«, »Alles wird gut«.
- Schreiben Sie alles auf, was Sie belastet. So fließen die Gedanken aus Ihrem Kopf. Das entlastet ungemein.
- Unterbrechen Sie Ihre Arbeitstätigkeit – nehmen Sie sich frei oder machen Sie eine längere Pause.
- Laufen Sie eine Runde oder gehen Sie spazieren.
- Rufen Sie eine vertraute Person, einen Freund, eine Freundin an, um von Ihren Gefühlen zu erzählen.
Soforthilfe bei innerem Druck (Kuhn, D., 2014)
Das Konzept des Selbstmitgefühls (Neff: 2011) beinhaltet:
- Freundlichkeit sich selbst gegenüber (speziell in Zeiten widriger Lebensumstände),
- ein Gefühl der Verbundenheit mit allen Menschen,
- eine achtsame Grundhaltung.
- „Wer sich selbst ein guter Freund ist, der geht mit sich selbst genauso gütig und verständnisvoll um, wie er einem Freund begegnen würde. Die freundliche und zugewandte Haltung sich selbst und anderen gegenüber fördert sichere und positive Beziehungen.“ (Blickhan: 2014)
Das Alltagsleben von Menschen wird vor allem durch 10 positive Emotionen geprägt:
- Freude
- Dankbarkeit
- Heiterkeit und Gelassenheit
- Interesse
- Hoffnung
- Stolz
- Inspiration
- Vergnügen
- Ehrfurcht
- Liebe
Nehmen Sie sich abends ca. 10 Min Zeit, um den Tag Revue passieren zu lassen, um sich an diese positiven Emotionen zu erinnern und sich die schönen Momente bewusst zu machen. Dann schreiben Sie drei positive Dinge auf und stellen Sie sich dabei die folgenden Fragen:
- Was war heute positiv?
- Warum war es schön?
- Was habe ich dazu beigetragen, dass ich diese Erfahrung als schön erleben konnte?
Der positive Tagesrückblick (Seligman, M. et a., 2005)